Ratgeber Abnehmen mit Lerneffekt

Überflüssige Kalorien an den richtigen Stellen einsparen - die Bilanz zählt

Warum nicht jeder einzelne Tag über dein Gewicht entscheidet

 

Wer wiederholt versucht hat abzunehmen, kennt diesen Gedanken: Jetzt muss ich mich zusammenreißen. Weniger essen, auf Süßigkeiten verzichten, keine üppigen Mahlzeiten und bloß nicht über die Stränge schlagen. 

 

Aber muss eine Gewichtsabnahme wirklich bedeuten, dass jeder einzelne Tag möglichst kalorienarm verlaufen muss? Nein, ganz und gar nicht und das wäre auch kontraproduktiv.

 

Für unser Körpergewicht ist nicht eine einzelne Mahlzeit und auch nicht ein einzelner Tag entscheidend. Entscheidend ist, wie viel Energie wir über einen längeren Zeitraum aufnehmen und wie viel wir verbrauchen. Die Kalorienbilanz entsteht nicht jeden Abend neu bei null – sie entwickelt sich über die Zeit.

 

Ein einfaches Rechenbeispiel

 

Nehmen wir eine Person mit einem durchschnittlichen Kalorienbedarf von etwa 2.000 kcal pro Tag. Der tatsächliche Energiebedarf ist individuell und hängt unter anderem von Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Körpergröße und körperlicher Aktivität ab. Die 2.000 kcal dienen hier deshalb ausschließlich als leicht verständliches Rechenbeispiel.

 

Nun stellen wir uns zwei vollkommen unterschiedliche Wochen vor.

 

In der ersten Woche hat diese Person ausgesprochen viel Appetit und genießt das Essen. Restaurantbesuch, Kuchen, ein schönes Frühstück oder ein üppiges Abendessen, Pizza, Pasta, Pommes – am Ende kommen durchschnittlich 3.000 kcal pro Tag zusammen. Nach sieben Tagen sind das 21.000 kcal.

 

In der folgenden Woche ist es genau umgekehrt. Die Person hat deutlich weniger Appetit und isst durchschnittlich nur 1.000 kcal pro Tag. Das ergibt weitere 7.000 kcal.

 

Über beide Wochen wurden damit insgesamt 28.000 kcal aufgenommen. Und wie hoch war der angenommene Energiebedarf?

 

2.000 kcal × 14 Tage = ebenfalls 28.000 kcal.

 

Die Kalorienbilanz über diese zwei Wochen wäre in unserem vereinfachten Rechenbeispiel also ausgeglichen – obwohl die Person in der ersten Woche jeden einzelnen Tag deutlich über ihrem angenommenen Tagesbedarf gegessen hat.

 

Muss wirklich jeder Tag gleich aussehen?

 

Nein, natürlich nicht. Unser Essverhalten muss nicht jeden Tag identisch sein. Es gibt Menschen, die an manchen Tagen großen Appetit haben und an anderen deutlich weniger. Trotzdem essen viele auch an Tagen ohne wirklichen Hunger weiter nach ihren gewohnten Zeiten, auch wenn sie gar keinen Hunger haben. Sie denken, huch ich muss doch etwas essen, ich kann doch nicht nichts essen usw. Und genau das ist was im Abnehmen mit Lerneffekt Konzept als das überflüssige Essen bezeichnet wird. Man bekommt keinen Nährstoffmangel wenn man mal ein paar Tage sehr viel weniger isst, als sonst.

 

Genau hier lohnt sich ein genauer Blick auf das eigene Essverhalten. Denn viele Menschen können nicht glauben, dass der Körper tatsächlich Nicht-Essen-Wollen signalisieren kann. Die Gewohnheiten jedoch vernichten diese zwarten Signale und poltern ungebremst, los iss was, es ist Mittag oder so ähnlich. Man sollte lernen zu verstehen, dass essen tatsächlich auch mal nebensächlich sein kann und die Phasen erkennen, in denen das Bedürfnis nach Essen ohnehin geringer ist?

 

Kalorien einsparen, ohne den Genuss zu streichen

 

Das führt zu einem wichtigen Gedanken: Wer seine persönlichen Essgewohnheiten kennt und überflüssige Kalorien identifiziert, gewinnt Spielraum. Damit ist ausdrücklich nicht das Stück Kuchen gemeint, auf das man sich den ganzen Nachmittag gefreut hat. Genussessen darf Genussessen bleiben. Interessanter sind Kalorien, die aus Gewohnheit aufgenommen werden und die einem weder besonders schmecken noch besondere Freude bereiten. Wer solche Situationen bei sich erkennt und verändert, kann seine durchschnittliche Energieaufnahme reduzieren. Dadurch kann gleichzeitig mehr Raum für das Essen entstehen, das einem wirklich etwas bedeutet.

 

Nicht verzichten lernen – sondern steuern lernen

 

Genau hier setzt Abnehmen mit Lerneffekt an. Es geht nicht darum, jeden Tag möglichst wenig zu essen oder einem starren Ernährungsplan zu folgen. Während des Konzeptes lernst du durch Beobachtung und praktische Experimente, wie dein persönliches Essverhalten funktioniert.

 

Selbstbeobachtung ist dabei keineswegs nur eine Idee dieses Konzeptes: Sie gehört zu den etablierten Bestandteilen verhaltensorientierter Programme zur Gewichtsreduktion und wird in systematischen Untersuchungen mit besseren Ergebnissen beim Gewichtsmanagement in Verbindung gebracht.

 

Das Ziel ist, deine eigene Kalorienbilanz beeinflussen zu können, ohne dein Leben in eine Dauerdiät zu verwandeln. 

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